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Frank Fietzek »Die Tafel«
Frank Fietzek, »Die Tafel«, 1993
© Fietzek, Frank; ZKM Medienmuseum
Vor einer alten Wandtafel, auf der noch verwischte Kreidespuren zu erkennen sind, ist in der Arbeit "Die Tafel" ein kleiner Monitor beweglich auf Schienen angebracht. Er ist mit einem Computer verbunden, der sich sichtbar unterhalb der [weiter]weiter


 
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Kategorien: Installation | Text

Schlagworte: Interaktion

Werke von Frank Fietzek:

Der Raumautomat| Subjektive Maschine


 

 Frank Fietzek
»Die Tafel«

Vor einer alten Wandtafel, auf der noch verwischte Kreidespuren zu erkennen sind, ist in der Arbeit »Die Tafel« ein kleiner Monitor beweglich auf Schienen angebracht. Er ist mit einem Computer verbunden, der sich sichtbar unterhalb der Schultafel befindet. Bewegt man den Monitor an der Schultafel entlang, erscheinen Begriffe und Wortfolgen auf dem Bildschirm und verschwinden wieder. Die Worte sind mit Kreide auf eine Schultafel geschrieben. Sie sind nicht an eine bestimmte Position des Monitors gebunden, sondern erscheinen zufällig an beliebigen Stellen. Die Begriffe kreisen um Themen wie Erinnerung, Gedächtnis, Wahrnehmung, gelegentlich verweisen sie auch auf eine andere Bedeutung von Tafel: die Tageskarte im Restaurant (»Putensteak Florida mit Reis und Salat 14,-«).
Die Arbeit erzählt einerseits vom Verlust des Gedächtnisses (die Kreidespuren auf der realen Wandtafel sind nicht mehr entzifferbar, weisen jedoch darauf hin, daß etwas vorhanden war, was nun verloren ist) und seine Übertragung in den Speicher einer Maschine. Andererseits wird darauf verwiesen, daß Erinnern Arbeit bedeutet: Es bedarf hier einer physischen Anstrengung, den Monitor zu bewegen und damit die gespeicherten Informationen sichtbar zu machen. Gleichzeitig ist es unmöglich, ein bestimmtes Erinnerungsfragment gezielt anzusteuern und wieder hervorzuholen. Erinnerung ist in diesem Modell nicht »unauslöschlich eingeprägt«, sondern wird immer wieder überschrieben: Freuds »Wunderblock« wird evoziert, die magische Schreibtafel als Metapher für die Funktionsweise des Gedächtnisses, in dem im Prozeß des Schreibens und Überschreibens nur Teile erhalten bleiben.