Hinweis: Wenn Sie diesen Text sehen, benutzen Sie einen Browser, der nicht die gängigen Web-Standards unterstützt. Deshalb wird das Design von Medien Kunst Netz nicht korrekt dargestellt. Die Inhalte selbst sind dennoch abrufbar. Für größtmöglichen Komfort und volle Funktionalität verwenden Sie bitte die empfohlenen Browser.
Samuel Beckett »Quadrat I + II«
 


 
Samuel Beckett »Quadrat I + II«Samuel Beckett »Quadrat I + II«

Kategorien: Fernsehen

Schlagworte: Prozess | Raum


15'
 

 Samuel Beckett
»Quadrat I + II«

Dieses 1980 unter dem Titel »Square« geschriebene erste der minimalistischen, experimentellen Fernsehstücke, die Beckett in den 80er Jahren für den Süddeutschen Rundfunk realisierte, operiert mit dem seriellen Spiel eines Bewegungsmusters von vier Akteuren, das auch vier Soli, sechs Duos und vier Trios ermöglicht. Mit farbigen Kapuzen gleichzeitig kenntlich wie unkenntlich gemacht, vollziehen sie ein unerbittliches Closed-circuit-Drama: Einmal in das Quadrat eingetreten, sind sie dazu verdammt, die jeweils 6 Schritte der Längs- und Diagonallinien des Quadrats monoton und synchron abzulaufen, begleitet zum Teil von verschiedenen Schlagzeugrhythmen. Die mathematische Präzision und Choreografie wird ermöglicht durch exaktes Timing. Die Variation der Choreografie ist beschränkt auf die Anzahl der Akteure und die dadurch wechselnden Farbkonstellationen. Die mit einem Punkt markierte Mitte des Quadrats wird immer links umgangen. Die Füße hinterlassen im Laufe der Produktion vage Spuren auf den Diagonalen des weißen Quadrats. Im Kontext seiner letzten Fernsehstücke ist »Quadrat« (hier Version I) bei aller Reduktion das dramatischste. Beckett hat noch eine Schwarzweiß-Variante (Version II) mit vier gleichen weißgekleideten Figuren zum Takt eines Metronoms gedreht.

 

Rudolf Frieling